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Soundcheck Experience: Lohnt sich der Aufpreis wirklich?

Für viele Konzertfans sind VIP-Tickets mit Early Access oder Soundcheck-Experience der ultimative Traum. Einmal den Künstler nicht nur aus der Entfernung auf der Bühne sehen, sondern in einer kleinen Runde, fast schon privat – genau damit werben viele Tourneen inzwischen. Doch lohnt sich der oft hohe Aufpreis tatsächlich? Ich habe die Erfahrung selbst gemacht – beim Konzert von Corey Taylor am 23. November 2023.

Stundenlanges Warten für einen besonderen Moment

Schon am Nachmittag standen wir vor der Halle. Gegen 15 Uhr hatten sich bereits einige Fans versammelt, obwohl der eigentliche Konzertabend erst viele Stunden später starten sollte. Um 16 Uhr bekamen wir schließlich unsere speziellen Soundcheck-Bänder. Allein dieser Moment fühlte sich schon besonders an, weil man wusste: Gleich passiert etwas, das der Großteil der Besucher nie sehen wird, oder auch nicht.

Erneutes Warten. Etwa eine Stunde später durften wir in die Halle. Die Gruppe war überraschend klein – ungefähr 30 Personen. Genau das machte die Atmosphäre später so intensiv.

Kein klassischer Soundcheck, sondern ein Mini-Konzert

Viele stellen sich unter einer Soundcheck-Experience vor, dass Techniker Mikrofone testen und Musiker einzelne Songs anspielen. In unserem Fall war es aber deutlich mehr als das. Corey Taylor spielte zwei komplette Songs, die später beim eigentlichen Konzert gar nicht mehr auftauchten.

Und genau das machte den Abend so besonders.

Es fühlte sich nicht wie ein technischer Ablauf an, sondern wie ein exklusives Mini-Konzert in intimster Atmosphäre. Einen Künstler dieser Größenordnung praktisch ohne Distanz zu erleben, ist etwas völlig anderes als ein reguläres Konzert – selbst in kleinen Hallen.

Man konnte jede Bewegung sehen, jede Ansage hören und die Stimmung viel intensiver wahrnehmen als später während der eigentlichen Show mit Tausenden Menschen im Raum.

Zusätzlich gab es noch ein Gruppenfoto mit der Band, was den VIP-Moment natürlich noch einmal aufgewertet hat. Gerade für Hardcore-Fans sind solche Erinnerungen oft unbezahlbar.

Danach wieder zurück in die Warteschlange

Ganz perfekt lief die Organisation allerdings nicht ab. Nach den zwei Songs mussten wir die Halle wieder verlassen und erneut im Vorraum warten. Immerhin wurden wir anschließend als Erste für das eigentliche Konzert hineingelassen. Danach folgte der Early-Access-Bereich und erst anschließend alle regulären Besucher.

Der Vorteil war natürlich klar: perfekte Plätze direkt vorne an der Bühne.

Lohnt sich der hohe Preis?

Mit über 250 Euro war das Ticket extrem teuer. Für ein normales Konzert hätte ich diesen Preis vermutlich niemals bezahlt. Trotzdem muss ich ehrlich sagen: Für Fans kann sich so eine Erfahrung absolut lohnen.

Man bekommt eben nicht nur einen besseren Platz oder früheren Einlass. Man erlebt einen Moment, den die meisten Konzertbesucher nie sehen werden. Gerade die kleine Gruppe und die exklusive Atmosphäre haben das Ganze besonders gemacht.

Allerdings sollte man den Aufwand nicht unterschätzen. Wir waren ab 15 Uhr vor Ort, das eigentliche Konzert begann aber erst gegen 21 Uhr. Das bedeutet stundenlanges Warten, viel Stehen und ein sehr langer Konzerttag.

Wer nur „mal schauen“ möchte, ob VIP-Tickets cool sind, wird den Preis wahrscheinlich schwer rechtfertigen können. Wer aber echter Fan ist und seinen Lieblingskünstler einmal in einer fast privaten Atmosphäre erleben möchte, wird sich vermutlich noch Jahre später daran erinnern.

VIP-Tickets sind mehr Erlebnis als Konzert

Die Soundcheck-Experience war für mich kein gewöhnlicher Konzertbesuch mehr, sondern ein komplettes Erlebnis. Genau darum geht es bei solchen VIP-Angeboten inzwischen auch: nicht nur Musik hören, sondern Erinnerungen schaffen.

Würde ich es wieder machen? Wahrscheinlich ja – auch wenn der Preis schmerzhaft war und der Tag extrem anstrengend wurde. Manche Konzertmomente erlebt man eben nur einmal im Leben.